Die Entdeckung der Schildkröte

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Viele Jahre hatte Tom Knox von Dingen geträumt, über die er nie mit jemandem hatte sprechen können. Dieser Traum war es auch, warum er nicht geheiratet hatte; und dieser Traum war es auch, warum er nach Kambodscha gekommen war. Als kleiner Junge schon hatten bestimmte Worte ihn in eine andere Welt versetzt. Worte wie „Zimt“ oder „Safran“ oder „Straße von Malakka“, „Hindu“ oder „Zamboanga“ waren Zauberformeln für ihn. Sie ließen ihn fremde Länder ahnen, geheimnisvolle grüne Gewässer und Menschen, die er noch nie gesehen hatte. Später, als er wußte, was die Worte bedeuteten, wollte er die Orte und die Dinge kennenlernen, die diese Namen trugen. Als er älter wurde, sammelte er andere Worte und bewahrte sie wie Schätze in seinem Gedächtnis: „Monsunzeit“, „Mahagoni-Wälder“, „Reissümpfe“, „Gelber Fluß“ – Hunderte von Namen und Dingen aus dem Fernen Osten.

Lederer/Burdick Der häßliche Amerikaner, 1966

Foto: Marlon Brando in The Ugly American, 1963

Ein Gedanke zu „Die Entdeckung der Schildkröte

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