Über Tom

German artist, hermit, rice-farmer & goat-whisperer on Sulawesi / Indonesia

Birne iss tot

birne

Birne gehörte zu den Politikern, die mich persönlich geschädigt haben. Seine wahnhaften Europa-Ideen waren so realistisch wie Merkels Vorstellungen von Luther. Chaos-Länder wie Italien und Griechenland per Federstrich als ernstzunehmende, gleichberechtigte Partner umzustufen, konnte nur gegen das Volk und gegen die Warnungen von Wirtschafts-Fachleuten verwirklicht werden. Hier kann man diesem Generalisten „schwere, persönlich zu verantwortende Versäumnisse vorwerfen. In einer stabilen Situation eine Finanzkrise auszulösen, ist kein historisches Meisterstück. Sich selbst um die Rente kümmern – JAWOLL! Aber nicht mit Null-Zinsen! So verlor der Euro gegenüber der Rupiah an Wert und stürzt bei jeder neuen Europa-Krise ab. Die Kurse der Renten-Fonds verharren im Keller, und die EU schwankt im selbst verschuldeten Chaos. Die Schwarzgeld-Spender werden aufatmen nach dem Tod dieses heuchelnden Tölpels, der trotz seiner verfehlten Politik gut verdient hat. Deshalb mein Nachruf: Gott schütze uns vor den Visionären! Fahr zur Hölle, Birne! Maria hilf!

Lithographie (Ausschnitt): Honoré Daumier, „Louis Philippe“, 1831

Lügen im öffentlichen Raum

Lutherluegen

Sie schafft es einfach nicht, diese Großmutter aller Verfolgten: „Religion gehört in den öffentlichen Raum.“ Ja, wie eine öffentliche Bedürfnisanstalt, Frau Merkel! Benutzt nur von denen, die dringend müssen. Doch reicht das engagierten Hysterikern nicht, sondern sie wollen in aufdringlicher Weise die ganze Welt dominieren. Und alle, die das als Konkurrenten auch wollen, werden bekämpft – so wie Luther das getan hat. Mit Blick auf das 500. Reformationsjubiläum, in dessen Zeichen der Kirchentag in diesem Jahr stehe, würdigte Merkel die Leidenschaft des Reformators Martin Luther und dessen Einstehen für seine Überzeugungen. Wenn man sich auf diesen lutherischen Blick einlasse, „dann haben wir eine echte Chance, daß diese Tage, die vor uns liegen, Tage der Orientierung werden“.
Jawohl, sie halten uns in unserem eigenen Land gefangen, sie lassen uns arbeiten in Nasenschweiß, Geld und Gut gewinnen, sitzen dieweil hinter dem Ofen, faulenzen, pompen und braten Birnen, fressen, sauffen, leben sanft und wohl von unserm erarbeiteten Gut, haben uns und unsere Güter gefangen durch ihren verfluchten Wucher, spotten dazu und speien uns an, das wir arbeiten und sie faule Juncker lassen sein […] sind also unsere Herren, wir ihre Knechte.“ So der sozialneidische Blick Luthers auf die Juden. Deshalb sollte man ihre Synagogen niederbrennen, ihre Häuser zerstören, sie wie Zigeuner in Ställen und Scheunen wohnen lassen und ihren Rabbinern das Lehren bei Androhung der Todesstrafe verbieten.

Zickezacke Leid-Kultur

chosin

Zickezacke juppheidi,
schneidig ist die Infantrie.
Zickezacke Barrabas,
die blaue Blume ist so naß
von Tränen und von Blut.
Zickezacke juppheidi,
begraben ist die Infantrie
unterm Fußballplatz.

Wolfgang Borchert, „Die lange lange Straße lang“

Oberst (ohne Schärfe): Ich habe aber doch stark den Eindruck, daß Sie einer von denen sind, denen das bißchen Krieg die Begriffe und den Verstand verwirrt hat. Warum sind Sie nicht Offizier geworden? Sie hätten zu ganz anderen Kreisen Eingang gehabt … Wärn ja ein ganz anderer Mensch.
Wolfgang Borchert (1921-47), „Draußen vor der Tür“

„Wolfgang Borchert hatte keine Zeit, und er wußte es. Er zählt zu den Opfern des Krieges, es war ihm über die Schwelle des Krieges hinaus nur eine kurze Frist gegeben, um den Überlebenden, die sich mit der Patina geschichtlicher Wohlgefälligkeit umkleideten, zu sagen, was die Toten des Krieges, zu denen er gehört, nicht mehr sagen konnten: daß ihre Trägheit, ihre Gelassenheit, ihre Weisheit, daß alle ihre glatten Worte die schlimmsten ihrer Lügen sind. Das törichte Pathos der Fahnen, das Geknalle der Salut-Schüsse und der falsche Heroismus der Trauermärsche – das alles ist so gleichgültig für die Toten. Fahnen, Schüsse übers Grab, Musik – dies Pathos mag berechtigt sein für jene, die sich als Einzelne freiwillig einer Freiheit opferten, für Aufrührer, denen die Geschichte so gerne ihre Torheit bescheinigt. Uns sollten Fahne, Schüsse und Musik nicht darüber hinwegtäuschen, daß unsere Brüder gestorben sind. Die Geschichte mag feststellen, daß bei X eine gewonnene, bei Y eine verlorene Schlacht geschlagen wurde, gewonnen für A oder verloren für B. Die Wahrheit des Dichters, Borcherts Wahrheit ist, daß beide Schlachten, die gewonnene und die verlorene, Gemetzel waren, daß für die Toten die Blumen nicht mehr blühen, … .“

Heinrich Böll (1955)

Foto: Tote US-Marines im Korea Krieg, Chosin Reservoir 1950, Folge der Arroganz General MacArthurs, der das Eingreifen der Chinesen nicht wahrhaben wollte.