Über Tom

German artist, hermit, rice-farmer & goat-whisperer on Sulawesi / Indonesia

Ich auch

mappe70

„It is not over … We also know, God is always in control.“
Sex-Maniac Roy Moore nach seiner Wahlniederlage in Alabama

„Ich war damals in gewisser Weise naiv. Ich glaubte, es müsse möglich sein, daß alle in Harmonie leben könnten, und meine Reaktion darauf, daß es nicht geschah, war zuerst immer das Erstaunen und dann der Protest.“
November 2012

Was ich da im November 2012 geschrieben hab – wenige Jahre vor dem finalen Erleben partnerschaftlicher Hölle – ist anscheinend typisch für mich. Das wurde mir jetzt wieder deutlich, seit all die übersensiblen Reaktionen auf erzwungenen oder auch nur Verbal-Sex auftauchen. Anscheinend lassen sich Opfer heutzutage weniger bieten, wohl auch, weil sie nun eher Schutz und Solidarität erwarten können. Daß ich meinem Vorgesetzten beim Finanzamt damals nicht spontan eine gelangt hab – eine von mehreren verpaßten Gelegenheiten – lag nicht nur an meiner Überraschung sondern auch daran, daß mir bewußt war, in einer Gesellschaft aufzuwachsen, die von Arschlöchern dominiert wurde. Wer Macht hatte, wurde in der Regel auch von ihr korrumpiert. An diesem biologischen Gesetz hat sich wenig geändert. Am deutlichsten in der beständigen Kette der Bundeswehr- und Polizei-Skandale. Selbst wenn das Einzelfälle sein sollten, so wird grundsätzlich ein bestimmter Typ Mann eher Soldat und Polizist als sensiblere, nämlich genau der, der für den Job auf den untersten Rängen gebraucht wird. Insofern besteht kaum Aussicht darauf, daß sich eine Gesellschaft insgesamt ändert.
Zu meinen frühen Kindheits-Erfahrungen gehört es, auf dem Schulweg von einem fetten Jungen ohne Anlaß überfallen und geschlagen zu werden. Wenn ich mich später gegen Unrecht massiv gewehrt hab, so auch, weil ich in einem sehr geschützten Ambiente aufgewachsen bin. War ich im Recht, konnte ich mich immer darauf verlassen, daß mein Vater zu meinen Gunsten eingreifen würde.
Erst in Indonesien habe ich gespürt, wie riskant es sein kann, sich zu wehren, und daß ich dabei kaum eine Chance hatte, etwas grundsätzlich zu verändern. D erscheint mir inzwischen wie eine Art Disney-Musterland, in dem sich ein Teil der Menschen immer weiter von der rauhen Welt-Wirklichkeit entfernt. Immerhin weiß man aber inzwischen schon, daß Bürgerwehren rechtlich zulässig sind.

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El-Es-De

lsd

Mein Vater gab mir einmal den Rat, immer genau das Gegenteil von dem zu tun, was die Autoritäten sagen.“
Amanda Feilding, 74

Glück hatte Gräfin Amanda mit ihrem Vater, weshalb ihre LSD-Erfahrungen wohl auch so positiv verlaufen sind. Denn wie stolpern und winden sich die Autoritäten, die sich immer noch nicht dazu durchringen können, wenigstens dem harmlosen Hanf eine Rolle vor dem lebensgefährlichen Alkohol zuzubilligen. Nicht mal von Ärzten ist auf diesem Gebiet vernünftiger Rat zu erwarten, obwohl jene doch skeptisch bei Ratschlägen ohne Erfahrungs-Hintergrund sein sollten. Sicher leistet LSD wenig, was man pauschal als Eigenschaft anführen könnte. Die Gehirn-Scans machen das Problem deutlich: Im Normalzustand wird das Gehirn nur teilweise genutzt, wobei das modische Abschnitts-Denken, was sich auch Kunsterzieher gern zu eigen machten, um ihr Fach wissenschaftlich aufzuwerten, inzwischen als überholt erscheint. Vielmehr wird wie in einem guten Indernetz alles mit allem verkabelt. Aber der LSD-Einsatz aktiviert Bereiche, die selten oder nie benutzt werden, was zu großem Erstaunen und ebensolcher Begeisterung besonders bei Künstlern führen kann. Man bekommt das Gefühl, noch niemals zuvor so fein und differenziert gehört, gefühlt und gesehen zu haben. Essen sollte man auf dem Trip besser nicht, da die intensive Erfahrung von Kauvorgang und Verdauung eher unlustig ist. Man hat kaum Appetit, weil man auch ohne zufrieden ist und benötigt Essen nicht mehr als Ersatzbefriedigung. Wahrscheinlich wird nur das aktiviert, was schon im Gehirn angelegt ist. Weshalb sich eine Gesellschafts-Veränderung durch LSD als Illusion erwiesen hat. Zwar ist schwer vorstellbar, daß jemand unter LSD sein HP weiter zwanghaft benutzt, dieses Hindernis der Selbsterfahrung im geistigen Nichts, doch die Dumpfbacke wird wahrscheinlich nur im eigenen Sumpf herumwühlen. Ansonsten führt die Überfülle der Gehirnaktivität eventuell zu einem solchen Glühen, daß der Gedanke, es würde nicht mehr aufhören, Panik erzeugen kann. Sehr deutlich werden einem Beziehungs- und Verfolgungswahn – besonders wenn die Polizei an die Tür klopft. Statt Zusammensetzung und Dosierung der Droge dem Schwarzmarkt zu überlassen, würde ein geregelter Konsum eventuell die gefährlichere Droge Alkohol teilweise ablösen. Süchtig macht LSD nicht, stattdessen soll es selbst Alkoholsucht heilen können. Problematisch ist es auf einer anderen Ebene: Wer einmal die Pforten der Wahrnehmung geöffnet hat, mag sich nicht mehr mit weniger zufrieden geben. Der Trip ist anstrengend, das Gehirn hinterher müde, eine Wiederholung nicht angesagt – bis zum nächsten Wochenende. Im günstigsten Falle findet ein Lernprozeß statt, aus dem heraus man sein Leben so ändert, daß es ohne Drogen synchron mit dem abläuft, was man unter LSD erkannt hat. Schonungslose Selbsterfahrung, sezierende Partner-Analyse, die Erkenntnis, daß urbanes Leben neurotisch macht, weil man den Kontakt zum Elementaren verliert – all das sind Ergebnisse, die im Rahmen dessen, was in der Persönlichkeit schon vorhanden ist, zu signifikanter Verhaltens-Änderung führen können. „Das Ego verschwand zugunsten eines Gefühls der Einheit und des Aufgehobenseins.“ (David Nutt). Vielleicht wäre ich auch ohne LSD da, wo ich heute bin, aber mit chemischer Unterstützung ging es schneller.

https://aeon.co/videos/how-lsd-helped-a-scientist-find-beauty-in-a-peculiar-and-overlooked-form-of-life

Der hl. Thomas widerlegt Averroës mit Windows 10

tomquindark

„Denn ein Irrtum über die Schöpfung wirkt sich aus in einem falschen Wissen von Gott.“
Thomas von Aquin (1225-74)

Leider verstand er seine eigene Erkenntnis nicht, dieser verfettete Ignorant, der die Erde als Zentrum des Kosmos ansah, dabei von einem Engel durch eine äußerst schmerzhafte Gürtung gewappnet gegen alle Versuchungen, der überreichlich Unsinn über die letzten Dinge produzierte, den wahrscheinlich niemand mehr liest, jedoch durch die Neuscholastiker als Ahnherr katholischer Lehre dogmatisiert wurde. „Es ist nichts Unangemessenes in dem Gedanken, daß Gott mit den Ehebrechern mitwirke in deren natürlichem Tun. Nicht die Natur der Ehebrecher nämlich ist böse, sondern ihr Wollen. Was aber aus der Kraft ihres Samens gewirkt wird, entspringt nicht ihrem Willen, sondern ihrer Natur. Darum ist es nicht unangemessen, daß Gott zu diesem Tun mitwirkt und ihm seine letzte Vollendung gibt.“ Deshalb treibt man ja auch das Ergebnis von Vergewaltigung nicht ab. Und die wirklich geistich Fitten sind die Fußballer: „Es ist offenbar, daß, je besser der Leib bereitet ist, ihm eine um so bessere Seele zuteil wird. Da unter den Menschen einige einen besser bereiteten Leib besitzen, wird ihnen auch eine mit größerer Erkenntniskraft ausgestattete Seele zuteil.“ Besonders offenbar wird seine spekulative Faselei am Thema Schöpfung: „Die Liebe, mit der Gott seine eigene Gutheit liebt, ist die Ursache der Erschaffung der Dinge … Schöpfung geschieht in einem einzigen Augenblick: sobald etwas geschaffen wird, ist es schon geschaffen, wie, was erleuchtet wird, auch schon hell ist.“ Damals bei Yahoo habe ich mich mal erfolglos mit der puren Blödheit einer „Engel-Gruppe“ angelegt. „In uns lebt nicht allein die Lust, die wir mit den Tieren, sondern auch die Lust, die wir mit den Engeln gemein haben.“ Letztere haben Anlaß zur Freude: „Der eine Grund zur Freude verbleibt den Engeln, sowohl wenn die Menschen Buße tun, wie wenn sie sündigen: daß die Ordnung der göttlichen Vorsehung erfüllt wird.“ Das macht uns froh und lädt ein zum Schweigen. „Gott wird durch Schweigen geehrt – nicht weil wir von ihm nichts zu sagen oder zu erkennen vermöchten, sondern weil wir wissen, daß wir unvermögend sind, ihn zu begreifen.“ Was den katholischen Klerus leider nicht davon abgehalten hat, die Lehren des offensichtlich schizophrenen Thomas von Aquin, der die Monarchie für die beste Staatsform hielt, im Jahre 1879 zur offiziellen Philosophie der katholischen Kirche zu erheben. Und so wurde mein Vater im Jahre 1962 von Oberregierungsrat Dr. Johannes Wollschläger zum 16. Stiftungsfest der Katholischen Studentengemeinschaft „Albertus Magnus“ und 15. Gründungsfeier der Gemeinschaft Katholischer Akademiker Braunschweigs mit einer Karte eingeladen, die einen mittelalterlichen Holzschnitt des lehrenden Thomas zeigte.
„Offenbar ist die Sünde des Unglaubens größer als alle Sünden der Verkehrtheit der Sitten“. Weshalb ein pädophiler Kleriker ebenso vor den Ungläubigen geschützt werden muß wie ein andere Menschen belästigender Prominenter, sofern sie Gottes Wort verkünden. Amtsträger der Kirche vermögen die Sakramente zu spenden, „auch wenn sie böse sind“. Die physischen aber auch psychischen Strafen der Gottlosen finden dagegen nie ein Ende – wenn man sie schon nicht mehr verbrennen kann – denn ihr Vergehen wiegt schwerer als Falschmünzerei. Auf jeden Fall sollte man sich nicht vor dem 70. Lebensjahr taufen lassen, denn „durch die Taufe werden alle Sünden ausgelöscht“. Dagegen soll der andalusische Philosoph Averroës (1126-98) in der Logik die einzige Möglichkeit des Menschen gesehen haben, glücklich zu werden.