Lügen im öffentlichen Raum

Lutherluegen

Sie schafft es einfach nicht, diese Großmutter aller Verfolgten: „Religion gehört in den öffentlichen Raum.“ Ja, wie eine öffentliche Bedürfnisanstalt, Frau Merkel! Benutzt nur von denen, die dringend müssen. Doch reicht das engagierten Hysterikern nicht, sondern sie wollen in aufdringlicher Weise die ganze Welt dominieren. Und alle, die das als Konkurrenten auch wollen, werden bekämpft – so wie Luther das getan hat. Mit Blick auf das 500. Reformationsjubiläum, in dessen Zeichen der Kirchentag in diesem Jahr stehe, würdigte Merkel die Leidenschaft des Reformators Martin Luther und dessen Einstehen für seine Überzeugungen. Wenn man sich auf diesen lutherischen Blick einlasse, „dann haben wir eine echte Chance, daß diese Tage, die vor uns liegen, Tage der Orientierung werden“.
Jawohl, sie halten uns in unserem eigenen Land gefangen, sie lassen uns arbeiten in Nasenschweiß, Geld und Gut gewinnen, sitzen dieweil hinter dem Ofen, faulenzen, pompen und braten Birnen, fressen, sauffen, leben sanft und wohl von unserm erarbeiteten Gut, haben uns und unsere Güter gefangen durch ihren verfluchten Wucher, spotten dazu und speien uns an, das wir arbeiten und sie faule Juncker lassen sein […] sind also unsere Herren, wir ihre Knechte.“ So der sozialneidische Blick Luthers auf die Juden. Deshalb sollte man ihre Synagogen niederbrennen, ihre Häuser zerstören, sie wie Zigeuner in Ställen und Scheunen wohnen lassen und ihren Rabbinern das Lehren bei Androhung der Todesstrafe verbieten.

Zickezacke Leid-Kultur

chosin

Zickezacke juppheidi,
schneidig ist die Infantrie.
Zickezacke Barrabas,
die blaue Blume ist so naß
von Tränen und von Blut.
Zickezacke juppheidi,
begraben ist die Infantrie
unterm Fußballplatz.

Wolfgang Borchert, „Die lange lange Straße lang“

Oberst (ohne Schärfe): Ich habe aber doch stark den Eindruck, daß Sie einer von denen sind, denen das bißchen Krieg die Begriffe und den Verstand verwirrt hat. Warum sind Sie nicht Offizier geworden? Sie hätten zu ganz anderen Kreisen Eingang gehabt … Wärn ja ein ganz anderer Mensch.
Wolfgang Borchert (1921-47), „Draußen vor der Tür“

„Wolfgang Borchert hatte keine Zeit, und er wußte es. Er zählt zu den Opfern des Krieges, es war ihm über die Schwelle des Krieges hinaus nur eine kurze Frist gegeben, um den Überlebenden, die sich mit der Patina geschichtlicher Wohlgefälligkeit umkleideten, zu sagen, was die Toten des Krieges, zu denen er gehört, nicht mehr sagen konnten: daß ihre Trägheit, ihre Gelassenheit, ihre Weisheit, daß alle ihre glatten Worte die schlimmsten ihrer Lügen sind. Das törichte Pathos der Fahnen, das Geknalle der Salut-Schüsse und der falsche Heroismus der Trauermärsche – das alles ist so gleichgültig für die Toten. Fahnen, Schüsse übers Grab, Musik – dies Pathos mag berechtigt sein für jene, die sich als Einzelne freiwillig einer Freiheit opferten, für Aufrührer, denen die Geschichte so gerne ihre Torheit bescheinigt. Uns sollten Fahne, Schüsse und Musik nicht darüber hinwegtäuschen, daß unsere Brüder gestorben sind. Die Geschichte mag feststellen, daß bei X eine gewonnene, bei Y eine verlorene Schlacht geschlagen wurde, gewonnen für A oder verloren für B. Die Wahrheit des Dichters, Borcherts Wahrheit ist, daß beide Schlachten, die gewonnene und die verlorene, Gemetzel waren, daß für die Toten die Blumen nicht mehr blühen, … .“

Heinrich Böll (1955)

Foto: Tote US-Marines im Korea Krieg, Chosin Reservoir 1950, Folge der Arroganz General MacArthurs, der das Eingreifen der Chinesen nicht wahrhaben wollte.

Leid-Kultur

kriegsbegeisterung

Ich hab ja mit diesen übabezahlten Charaktermasken nix mehr zu tun, weshalb ich dachte, der Thomas de Maizière würde gerade den Bundespräsidenten spielen. Aba der iss ja Innenminista! Deshalb kuckt er wohl so streng in unsa Inneres. Wahrscheinlich hatter sich jesacht: wenn ich schon so peinlich viel Geld vadiene, will ich den Deutschen wenigstens ma zeigen, wie ne Leitkultur aussieht. Und denn brauch man ja auch n Leit-Hammel dafür. So war ich gleich aufgeschreckt und hab versucht, Thomas seine 10 Thesen im Internet zu finden. Dazu hättich der „Bild am Sonntach“ mein bißchen Geld geben müssen.
Thomas, schämste dich ganich, ausgerechnet in der „Bild“ dein Leid zu klagen? Früha war „Bild“ der reine Dreck. Wer da schrieb, dokumentierte allein schon damit, wie die deutsche Kultur auf dem Hund blieb. Herausgeber Springer hat es meistahaft verstanden, Dreck in Kohle umzuwandeln. Die Amerikaner hätten ihn dafür als Präsidenten eingesetzt. So happich nur einige Fetzen von Thomas seina Leitkultur mitgekricht, die schon deutlichmachen, wie das von jedem Philosophie-Seminar bessa und billiga erledigt worden wär. Aba leida isses ja so, daß Hochkultur mit Junk finanziert werden muß, und Politiker benutzen den Dreck, um die Müllschlucker versorgen zu können – und um sich effektiver in Szene zu setzen.
Da gips zum Bleistift diese sozialen Gewohnheiten. Neulich happich n senilen Ex-Papst, n Bischof und n bayrischen Politik-Darsteller beim Biertrinken gesehn. Doch erleben wa uns außahalb bayrischer Biergärten im Umbruch, was die gewohnten Drogen wie Alkohol und Christentum betrifft. ÜBERALL auf der Welt keilt Religion die Gesellschaften auf extrem sinnlose Weise auseinander. DAS WOLLNWA NICH MEHR! Dagegen haben die Nandus in Mecklenburg-Vorpommern und Karamba Diaby im Bundestag ja vielleicht was Erfrischendes.
Und wozu brauchenwa Stolz? In Indonesien iss D supa angesehn, besonders deutsche Fußballer, die aus meina Sicht oft sehr merkwürdige Namen und Hautfarben ham. Aba wände nem Wilden querläufst, bisse für ihn der Nazi. Und wer tätowiert sich mit Stolz-Symbolen? Doch wohl die Dümmsten der Gesellschaft, die ihren Schrott-Status zu kompensieren versuchen. SIE sind es, die Fahne und Nationalhymne wirklich brauchen. Jeder Deutsche mit Bildung wird stattdessen auf eine recht gut funktionierende Demokratie und deren Grundgesetz nicht stolz sein – das iss son blödsinniger Begriff – doch wird er beides schätzen und den Vorteil sehn, den eine Geschichte der Aufklärung seinem Land gebracht hat. Dagegen dienen die Stolz-Anfälle der Schwachköpfe, die sich in der Regel auf Leistungen anderer beziehen, heutzutage wieda dazu, erfolglose militärische Einsätze überall in der Welt zu rechtfertigen. Dabei bin ich nich ma sicher, wie weit sich Kriegstreiberei, Europa-Wahn und die Großmutta aller Hilfsbedürftigen schon vom deutschen Volk entfernt haben.
Und Leistung gips überall. Ich möcht Thomas ma bei extrem schwüler Hitze im Reisfeld arbeiten sehn – ohne Klopapier. Was für ne Arroganz!
Wenn es endlich ma gelänge, deutsche Politik frei von Maden zu halten, die Steuergelder äußerst geschickt für Karriere und Luxus zu verschwenden verstehn, DARAUF könnte man stolz sein. Aba diese Entwicklung seh ich nich.
„Wohl sind auch in der Demokratie als Motive freiwilligen Gehorsams Gewohnheit, Bewunderung des charismatischen Politikers, Anerkennung gegenwärtiger Leistung verbreitet. In einer im Volke verankerten Demokratie sind jedoch diese Motive zweitrangig gegenüber dem Bewußtsein, daß der Staatswille durch politische Selbstbestimmung des Volkes zustande gekommen ist.“ (Hartwich, „Politik im 20. Jahrhundert“, 1964). Charles de Montesquieu (1689-1755) fand, daß Freiheit weniger das Ergebnis moralischer Eigenschaften eines Volkes sei als die Folge bestimmter Verfassungsreglungen, die die Staatsgewalt beschränken. Daraus entwickelte er die Idee der Gewaltenteilung. Inzwischen erleben wir eine Situation, in der diese durch übernationale Konstruktionen ausgehebelt wird. „Es ist daher notwendig, den Bürger aufzurufen, die Übereinstimmung des Staatswillens mit den höchsten Prinzipien von Recht und Sittlichkeit zu prüfen und den Gehorsam zu verweigern, fals eine irregeleitete Volksmehrheit gegen diese Prinzipien verstößt.“

http://www.jetzt.de/politik/wir-beichten-unsere-leitkultur-an-thomas-de-maiziere