Volk und Vererbung

gesund

Nun weiß ich es ganz genau, was in D nicht stimmt: „Der Arbeitnehmer ist mehr geknechtet als vor dieser Zeit.“ Und wer oder was ist schuld? „Im Grunde ist das ganze Schulsystem für die Füße und schadet mehr, als es Nutzen bringt.“ Vorgetragen von einer frustrierten Grundschul-Oma, mit der ich mich wegen ihrer monströsen Sätze kürzlich erfolglos angelegt habe.
In dem Schulbuch „Volk und Vererbung“ (1934) von Oberrealschul-Lehrer Prof. Dr. C. Schäffer werden ganz andere Ursachen für die Misere Deutschlands genannt, und es hat mich interessiert, ob es wahr ist.
Das deutsche Volk befände sich im Umbruch, stellte Schäffer 1934 in Hamburg fest. „Die Zeit des individuellen Sichauslebens muß überwunden werden.“ Wie der Einzelne eine genetische Verantwortung für das ganze Volk trage, erkenne man schon an der gehäuften Blödheit bei Adligen. Vor allem sollte man sich nicht mit Negern einlassen: „Keiner der beiden Rassen ist mit einer solchen Vermischung gedient. Vom Standpunkt unserer Rasse aus gesehen, bedeutet sie eine Vergeudung wertvollen Erbguts; im Abendlande ist sie aus einem gesunden Instinkte heraus schon immer scharf verurteilt und als Rassen-Schande angesehen worden. Auch in den Vereinigten Staaten von Nordamerika hat sich dieser Standpunkt heute durchgesetzt und zu entsprechenden Verboten geführt.“ Sieh an! 1934! Auch bei der Verbindung mit Juden bestehe bei der großen Verschiedenheit der Erbanlagen „in jedem Einzelfalle die Gefahr, daß innerlich zerrissene Menschen“ hervorgehen. Die Inzucht biete dagegen „sogar die Sicherheit, daß das Erbgut rein erhalten bleibt“. Stattdessen fände eine Gegenauslese statt: Die gesündesten Männer sterben im Krieg, die Elite zeugt durchschnittlich weniger Kinder (2) als die im Sumpf (5,2), es wird später geheiratet, natürliche Auslese findet wegen der Fortschritte in der Medizin kaum noch statt, und da „ein erheblicher Teil der Auswanderer stets zu den unternehmenden Volksgenossen gehört hat“, tragen auch noch Leute wie ich zum Untergang Deutschlands bei. Deshalb, Volksgenossen, zeugt mehr Kinder, sonst hätte es gar keinen Werner v. Siemens gegeben. Hört auf zu saufen, denn wie Versuche mit besoffenen Mäusen ergeben haben, werfen die nicht mehr so viel. Auch bei trinkenden Hunden zeigten sich Erbschäden. Bekannt ist ebenfalls, daß Degenerationen wie Klumpfuß (Goebbels), Fettsucht (Göring), Homosexualität (Röhm) und Geisteskrankheit (Hess, Streicher, Hitler) genetisch übertragen werden können, weshalb der Führer ja auch darauf verzichtet hat, sich zu vervielfältigen (zumindest hoffen wir das). Zusätzlich zum Kampf gegen die Vergiftung des Volkskörpers hat er „mit rücksichtloser Strenge“ die Vergiftung der Volksseele „durch eine auf die niedrigsten Instinkte spekulierende Scheinkunst“ unterbunden. Womit u.a. die Meisterwerke der Menschlichkeit von Grosz und Dix gemeint waren.

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George Grosz, „Max Hermann-Neisse“, 1927

Im Anhang des Buches das Muster einer Ahnentafel mit Anleitung zum Ausfüllen. Auch ein Zeitungsausschnitt, den der Abiturient Helmut Kalweit (1915-40 ) dem Buch beigelegt hat: Darin habe sich auf einem Schulungskurs des Rassepolitischen Amtes des Gaues Magdeburg-Anhalt der NSDAP der Ministerialrat Dr. Bartels gegen fanatische Anhänger des Rassegedankens gewandt, die den nordischen Menschen „züchten“ wollten. „Derartiges liege nicht im Rassewollen des Nationalsozialismus … Es gingen im deutschen Volke jetzt Fanatiker herum, die, obwohl sie vorher kaum gewußt hätten, was arisch und was semitisch ist, jeden Mitmenschen als nordisch oder baltisch oder sonstwie bestimmen wollten. Das seien Auswüchse, die nicht genug bekämpft werden könnten. Denn das nationalsozialistische Rassewollen stehe zu hoch, um daraus einen ‚Versuchskaninchenstall‘ zu machen … Zu ihm sei eine Frau gekommen, die gebeten hätte, sterilisiert zu werden, weil sie ostisch ‚überlagert‘ sei.
Zufällig fand parallel zu meiner Lektüre gerade die Diskussion um gleichgeschlechtliche Ehe und andere erotische Verwirrungen statt. Auch über Wahlrecht für 16jährige und Entmündigte. Ferner sah ich den dämlichen Science-Fiction-Film „Rememory“ (2017) mit dem Zwerg Peter Dinklage in der Hauptrolle und den wunderbaren Film über die behinderte „Maudie“ (2016). Letzterer jedoch mit einem kurzen Nachspann, der zeigt, wie die malende Zwergin Maud Lewis und ihr Mann WIRKLICH ausgesehen haben. DAS zu realisieren, hätte offensichtlich das Harmonie-Bedürfnis des Publikums verletzt.

„Sehr geehrter Herr Dobat,
ich beziehe mich auf den beigefügten Ministerienerlaß bezüglich Ihrer Einbürgerung in Indonesien und verweise Sie wegen Entlassungsurkunde an die Bundes-Verwaltungsamt. (Frau Nengsih von der Deutschen Botschaft Jakarta).

„Nur bei einigen wenigen Sustantiven schwankt das Geschlecht.“
(Der kleine DUDEN – Deutsche Grammatik)

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Stürzen für das Vaterland

ikarus

Bundeswehr
Wir. Dienen. Deutschland.
(Wozu braucht man dafür 3 Punkte?)

Da brach sie nun los, die große Betroffenheits-Show. Daß 2 Bundeswehr-Soldaten mit ihrem „Tiger“ in Mali abgestürzt sind, mache „UNS unendlich traurig“, heuchelte Kriegs-Ministerin Ursula. Mich nicht! Es ist auch NICHT „für UNSERE Sicherheit“ geschehen, sondern weil da auf sinnloseste Weise ein paar Schrauben locker sind – nicht nur in der Technik. Und die Kommentatoren sabbern voller Mitgefühl: „Es ist sehr schade, es ist sogar tragisch für die Hinterbliebenen, aber diese Männer sind eindeutig in treuer Pflichterfüllung für ihr Vaterland gestorben.“ Eindeutig? „Die Toten sind wieder zu Hause. Sie haben treu ihre Pflicht erfüllt und sind dabei leider gestorben.“ „In einem Hangar begann am Abend eine kurze Trauerzeremonie, eine sogenannte Ehrenvolle Aufnahme. Sie fand unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Dabei wurden die Särge durch ein Spalier in einen Hangar getragen und sollten durch Militärseelsorger gesegnet werden.“ (Schamanistische Beruhigungs-Rituale in Wüsten-Tarn mit grüner Stola) In „dieser bitteren Stunde“ flog Ursula gleich nach Mali, wo unsere Sicherheit bis zum letzten Kampf-Hubschrauber verteidigt wird. Ich schlage vor, diese Frau gleich in Afrika zu belassen und sie möglichst viel im „Tiger“ (früher hießen die Panzer so) rumzufliegen – zusammen mit den Franzosen, die sich ja auch traditionell durch Mali bedroht fühlen.
„Im unermüdlichen Drang vom Guten vorwärts zum Besseren steht der Soldat der Luftwaffe neben dem Mann der Forschung und Wirtschaft.
Ihr gemeinsames Streben um wirksamsten Schutz des deutschen Luftraumes kann sich jedoch nur erfüllen, wenn die hinter ihnen stehende Volksgemeinschaft, der sie dienen, ihr Denken, Fühlen und Handeln versteht.“
(Generaloberst Göring im Geleitwort zum Jahrbuch der deutschen Luftwaffe, 1937). Eben, ich versteh’s nich!
Wie ist das eigentlich mit den Zivilisten, die Opfer von durchgeknallten Moslems werden? Sterben die auch für’s Vaterland? Oder krepieren die bloß als Folge falscher Politik?

belogen
betrogen,
dumm gemacht,
ums Denken gebracht – Großer Katzenjammer.

Kurt Tucholsky, 1929

Birne iss tot

birne

Birne gehörte zu den Politikern, die mich persönlich geschädigt haben. Seine wahnhaften Europa-Ideen waren so realistisch wie Merkels Vorstellungen von Luther. Chaos-Länder wie Italien und Griechenland per Federstrich als ernstzunehmende, gleichberechtigte Partner umzustufen, konnte nur gegen das Volk und gegen die Warnungen von Wirtschafts-Fachleuten verwirklicht werden. Hier kann man diesem Generalisten „schwere, persönlich zu verantwortende Versäumnisse vorwerfen. In einer stabilen Situation eine Finanzkrise auszulösen, ist kein historisches Meisterstück. Sich selbst um die Rente kümmern – JAWOLL! Aber nicht mit Null-Zinsen! So verlor der Euro gegenüber der Rupiah an Wert und stürzt bei jeder neuen Europa-Krise ab. Die Kurse der Renten-Fonds verharren im Keller, und die EU schwankt im selbst verschuldeten Chaos. Die Schwarzgeld-Spender werden aufatmen nach dem Tod dieses heuchelnden Tölpels, der trotz seiner verfehlten Politik gut verdient hat. Deshalb mein Nachruf: Gott schütze uns vor den Visionären! Fahr zur Hölle, Birne! Maria hilf!

Lithographie (Ausschnitt): Honoré Daumier, „Louis Philippe“, 1831