Herwo, achwas, wieso?

verschiedene-Hunde

„… Dieselbe mag ihnen zeigen, daß man nicht geradezu alles für Fabel erklären darf, was von dem Typus abweicht, den wir uns nach Beobachtungen gebildet, die einen zu unbedeutenden Teil der Erdoberfläche umfassen.“ Alexander von Humboldt

Auf mich bezogen lassen sich Gauguins Fragen: „Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?“ anscheinend nicht endgültig beantworten.
Ursprünglich gehöre ich nach Ostpreußen, wo sich jedoch Fremde breitgemacht haben. Auch die Versuche, in 5 niedersächsischen Städten heimisch zu werden, haben sich doch immer wieder als flüchtig erwiesen, zumal die Beziehungen seit dem Sieg über die Hannoveraner 1866 ohnehin belastet sind. Das Gefühl des Fremd- und Anders-Seins, welches sich regelmäßig einstellte, wird sich an meinem projektierten Auswanderungsziel Indonesien eher noch verstärken und die endgültige Heimatlosigkeit besiegeln. Andererseits fühle ich dort so stark wie nie, was ich bin: nämlich ein Deutscher!
Eine Busladung Bayern auf Bali veranschaulicht drastisch, daß Deutsche ihre Heimat ständig mit sich herumtragen, weil sich das Heimatgefühl durch die Erfahrung des Fremden verstärkt. Der Indonesier hat z.B. eine kürzere Nase, geht langsamer und lacht mehr. Unwahrscheinlich, daß der Mensch im kalten, farblosen Deutschland erfunden wurde, wo man zwar das Staatsoberhaupt unflätig beschimpfen kann (Heilige Pappnase! Geschrieben im April 1995!), ohne gleich eingesperrt zu werden, dafür aber durch Lichtsignale und Strafbescheide subtil gesteuert wird.
Nachdem der Deutsche erfolglos versucht hat, seine Nachbarn zu unterjochen, glaubt er jetzt, die Welt erziehen zu können. Macht der Indonesier ersteres nach, soll er das nicht. Pünktlich um 15Uhr wird der Deutsche vom Überschallknall geweckt und hält Indonesien für eine Militärdiktatur.
Ab und zu wird ein Indonesier vom Tiger gefressen, was bei der Menge jedoch nich weiter auffällt. Der Deutsche steht entweder im Stau oder im Hochwasser. Das kann der Indonesier auch. Ständig gibt es in Deutschland Katastrophen oder Skandale. Sieht der Indonesier die Bilder im TV, denkt er: „Das ist ein unruhiges Land ohne allgemein akzeptierte Orientierung.“ Bebt bei ihm die Erde, oder bricht ein Vulkan aus, nimmt er das gelassen. Er kann sich auch mit abgefahrenen Reifen fortbewegen, der Deutsche benötigt dafür eine funktionierende Lichtanlage, Airbags, Sicherheitsgurte, Warndreieck, Verbandskasten, 2 amtliche Siegel, usw.. Er braucht zum Leben viel mehr Gegenstände. Sieht er deswegen oft so verdrießlich aus?
Aufgrund seiner umfangreichen Massenmedien hält er sich für informiert über den Indonesier. Umgekehrt denkt dies auch der Eingeborene über den Deutschen. Dabei haben beide keine Ahnung voneinander. Deshalb glauben die Indonesier in Weimar und die Deutschen auf Bali etwas ganz Besonderes vorzufinden. Für Bali stimmt das.
Will sich der Indonesier erfrischen, hängt er sich ein Bild der schneebedeckten Alpen auf. Der Deutsche hält menschenfeindliche Palmenstrände für romantisch. Dabei ist mein angeheirateter Cousin Yos beim Kokosnuß-Ernten von einer runtergefallen. Wie eine richtige Banane schmeckt, weiß der Deutsche auch nich. Aba ich!

Nur noch 7500 Tiger

mi-cat-Aaltje

Ach du lieber Franz! Mir wär einer schon zu viel.
Schleicht unser schwarzer Kater „Hitam“ um uns herum.
„Ist dünn geworden“, stellt Aaltje fest.
„Iss ja auch in der Brunft“, sach ich.
„Warum bist DU nicht dünn geworden?“ fragt meine Frau.