Gotik

Das mit dem Malen ist ein ständiges Scheitern. Man iss immer nur so gut, wie man JETZT ist. Iss ganz schön hart. Try them all. They see things your way. Ein dunkler Tag heute. Keine Verbindung. Hatte Angst, daß es mich erwischen würde. Es begann gestern Nacht. Nur der Regen kam. Ausgesprochen gotisch, diese Baumhalle.

Sabine wollte mich am 2. Weihnachtstag unangemeldet besuchen (Hi, hi!), landete stattdessen in der Sandkuhle (Kicher!) und fuhr sich fest (Ha-ha-ha!).

Mehr als mir jetzt und gestern Nacht weh getan hat, kann mir ganich mehr weh tun. Oh Himmel, verschone mich vor dem Fieber. Seit gestern freue ich mich wieder, daß ich lebe. Über mir das Trommeln der kleinen Katzenfüße. Mit meiner neuen Katze Tee trinken und viel husten. Tripperverdacht, Herzstiche und Tod am Baum. Und Läuse! Verdammte Scheiße! Aber gut geht’s mir. Antje gefällt mir, iss jedoch ganz woanders.

Malen

Habt ihr das mit dem Bumsen jetzt geklärt?

Eben malte ich wie wahnsinnig. Dabei brach ich mit dem Korbstuhl durch den Fußboden. Dann klopfte es am Fenster, und 3 Mädchen besuchten mich. Und wenn sie weg sind, versuche ich zu rekonstruieren, wie sie mich gesehn haben. Dann bewege ich mich auch, gehe nach draußen und schau zum Fenster rein. Ja, und jetzt geht die Reise weiter. Bis ich alles durcheinanderbringe und nich mehr malen kann. Es ist auch schon spät. Schöne Weihnachten! Starker Zitronengeruch und wieder Tee und Sandelholz und tanzen und singen und sich wohlfühlen. Weihnachten! Hi-hi, ho-ho!

Ja, das Künstlerische an Dir ist, daß Du anderen etwas vorzaubern kannst. Ich glaube, Du bist so eine Art Zauberin. Das iss ganz gut an Dir. Aber vom Standpunkt einer marxistischen Ästhetik aus gesehen, natürlich politisch-historisch völlig irrelevant. „Nö, ich geh nicht mehr so viel inne Kneipe. Trink zu Hause. Iss ja auch billiger.“ Und wie immer die Fasanin mit dem Strohhut. Reiner im Ford und ich, und der Sportlehrer kuckt.

Inside, outside –
leave me allone!
Inside, outside –
nowhere is home!
Who

Dezember, Monat des Frost im Tipi

Tiefpunkt. Nichts sein, nichts können. Vielleicht war das Schlimmste gestern Abend. Modigliani-Ekstase. 1906, in 1 Haschisch-Runde mit Freunden, sei Amedeo Modigliani plötzlich aufgesprungen, habe die Züge eines Frauen-Porträts auf 1 Blatt Papier gezeichnet und gejubelt: „Ich hab’s! Endlich habe ich meinen Weg gefunden.“ Gesichter der Melancholie. Reiner weint jetzt wieder morgens. Die Herzschmerzen gehen langsam weg. Aber eigentlich ist es besser so. So ohne. Un wie ich 1 inner Birne hatte, merkte ich, daß in der Wolle kleine, schwarze Plastikfäden waren. War ich das, der nach der chinesischen Schale fragte? Oder wer? Un jez merk ich mein Herz wieder dick und rund in meiner linken Brust. Vergiss nicht das große Schweigen! Heute hatte ich Besuch von Familie Damhirsch. Mit 1 Kalb, dick und rund und zottig. Got me a stoned pony. Und ich dachte, wir wären in Verden in diesem merkwürdigen Haus gewesen. Dabei waren wir in Visselhövede. When you got a good woman, and want to treat her right, she will gettin‘ mad and stay and lay all night. Ja, leida!

Heutige Grundstimmung: Anhaheugeku. Oh! Wippie jehh! (Völlich vergessen, wer das war.)

Einiges kriecht einem schon nach, aber etliches beginnt ganz neu. Ruhig wandelt er auf den murmelnden Wellen des Stromes. Er überschaut den Himmel und verfolgt den Schatten des fliegenden Vogels. Das Wildkraut wuchert. Blumen werden um die Höhle gestreut, in der in Meditation versunken der Subhiti sitzt. Wer iss das schon wieda? „Jeder hat dieses, und es ist schade, daß er nicht vollen Gebrauch macht.“ (Kyosan, über den Mond). Dann kam der Tigerschlag.