Lügen im öffentlichen Raum

Lutherluegen

Sie schafft es einfach nicht, diese Großmutter aller Verfolgten: „Religion gehört in den öffentlichen Raum.“ Ja, wie eine öffentliche Bedürfnisanstalt, Frau Merkel! Benutzt nur von denen, die dringend müssen. Doch reicht das engagierten Hysterikern nicht, sondern sie wollen in aufdringlicher Weise die ganze Welt dominieren. Und alle, die das als Konkurrenten auch wollen, werden bekämpft – so wie Luther das getan hat. Mit Blick auf das 500. Reformationsjubiläum, in dessen Zeichen der Kirchentag in diesem Jahr stehe, würdigte Merkel die Leidenschaft des Reformators Martin Luther und dessen Einstehen für seine Überzeugungen. Wenn man sich auf diesen lutherischen Blick einlasse, „dann haben wir eine echte Chance, daß diese Tage, die vor uns liegen, Tage der Orientierung werden“.
Jawohl, sie halten uns in unserem eigenen Land gefangen, sie lassen uns arbeiten in Nasenschweiß, Geld und Gut gewinnen, sitzen dieweil hinter dem Ofen, faulenzen, pompen und braten Birnen, fressen, sauffen, leben sanft und wohl von unserm erarbeiteten Gut, haben uns und unsere Güter gefangen durch ihren verfluchten Wucher, spotten dazu und speien uns an, das wir arbeiten und sie faule Juncker lassen sein […] sind also unsere Herren, wir ihre Knechte.“ So der sozialneidische Blick Luthers auf die Juden. Deshalb sollte man ihre Synagogen niederbrennen, ihre Häuser zerstören, sie wie Zigeuner in Ställen und Scheunen wohnen lassen und ihren Rabbinern das Lehren bei Androhung der Todesstrafe verbieten.

Diskriminierung des Klippdachses

klippdachs

Zu den populären Irrtümern gehört, Rassen-Diskriminierung wäre per se negativ. Übahaupt nich! Jeder Klippdachs denkt da ganz anners. Keina weiß, wieso man ihn, ebenso wie den Hasen, laut 3. Buch Mose (11, 5) nich essen darf. Beim Hasen issas ja klar: Als bedeutendes Element christlicher Ikonographie isser für die Auslieferung von Jesus seine Ostaeia verantwortlich. Somit unverzicht- und nich eßbar. Aba der kaninchengroße Klippdachs? Was macht der schon mit seinem verkümmerten Schwanz? Er kann nich ma wie der Pfeifhase pfeifen. Auch seine Verwandtschaft zu Elefanten und Seekühen fällt kaum auf. Dafür kann er stundenlang direkt in die Sonne blicken. Ich könnte das nich. Riecht er vielleicht etwas streng? Früher hat man seine Pisse (Hyrazeum) als Wundamittel gegen Nervenleiden benutzt. Vielleicht wär das was für Roger, den Australier. Als adventistischer Missionar und Heila nimmt er die Regeln der Bibel wörtlich, iss Vegetarier und sehr krank. Nich nur in seina Lunge sondern auch geistich, weil er sich üba die unverschämten Wilden noch mehr ärgert als ich. Aba der Klippdachs hat genauso wie die Ohreule, der Sturzpelikan, der Zab, die Anaka, der Koah, die Letaa und der Homet übahaupt nix gegen seine Verewigung inner Bibel als unreines Tier. Das hilft ihm nämlich beim Übaleben. Kannste richtich sehn, wie froh ihn das macht. Wascheinlich kommta nich ma innen Himmel.

Procavia-capensis

Wie Engel wirklich sind

engelfuss

Ich beschäftige mich gerade viel mit der Bibel. Kann ja nich schaden, besonders wenn man sonst nix Vernünftiges zum Lesen hat und sowieso bald tot iss. Und wenn man sowas studiert, kommt man latürnich vom Hundersten ins Tausendste. Denn muß man auch ma kucken, was die Juden sonst noch gedacht und geschrieben ham. Dabei entdeckt man imma was Neues, was man noch ganich wußte. Zum Bleistift Engel. Ich hab wirklich fast 68 Jahre gebraucht, bis ich bemerkte, wie Engel WIRKLICH aussehen. Ich fand das in einem jüdischen Gebets-Schema mit dem Hinweis auf Ezechiel 1, 5-22:

„Es begab sich … als ich am Fluß Chebar unter den Verbannten war, da tat sich der Himmel auf, und ich sah göttliche Gesichte … Und mitten drin erschienen Gestalten wie von vier lebenden Wesen; die waren anzusehen wie Menschengestalten. Und ein jedes hatte vier Gesichter und ein jedes vier Flügel. Ihre Beine waren gerade, und ihre Fußsohle war wie die Fußsohle eines Kalbes, und sie funkelten wie blankes Erz. Unter ihren Flügeln an ihren vier Seiten hatten sie Menschenhände, … Ihre Gesichter aber sahen so aus: ein Menschengesicht nach vorn bei allen vieren, ein Löwengesicht auf der rechten Seite bei allen vieren, ein Stiergesicht auf der linken Seite bei allen vieren und ein Adlergesicht bei allen vieren nach innen. Und ihre Flügel waren nach oben hin ausgespannt bei allen vieren; bei einem jeden berührten sich zwei Flügel mit denen der anderen, während zweie ihre Leiber bedeckten … Weiter sah ich neben jedem der vier lebenden Wesen ein Rad auf dem Boden … und die vier Räder waren so gearbeitet, als wäre je ein Rad mitten in dem andern. Sie konnten nach allen vier Seiten gehen, ohne sich im Gehen zu wenden. Und ich sah, daß sie Felgen hatten, und ihre Felgen waren voll Augen ringsherum … Und über den Häuptern der lebenden Wesen war etwas wie eine feste Platte, schimmernd wie furchtbarer Kristall, hingebreitet oben über ihren Häuptern.“

Da biste platt. Ich mein, damals, als ich noch sehr viel kleina war, hab ich ma meine Cousine Eve gefragt, ob Frauen wirklich 1 Rippe mehr hätten, weil ja Eva aus eina Rippe von Adam – na ja, du weißt schon. Da hattse mir versichert, daß das nich der Fall sei. Sie mußte das ja wissen. Doch daß Engel EINEN Kalbsfuß besitzen, wer hätte DAS gedacht. Normalaweise kommt sowas doch nur bei Teufeln vor. Aba die jüdische Quelle übersetzt: „Ihre Beine waren ein gerades Bein.“ Wenn das die Engel-Gruppe wüßte, mit der ich mich ma bei Yahoo auf meiner Irrfahrt durch entstehende und untagehende Blog-Plattformen angelegt hatte. Die fielen üba mich her wie Teufelinnen. Wascheinlich hamse gleich gemerkt, wie ich sie für doofe Kaffeetanten hielt. Aba nu iss die ganze Warheit aufem Tisch. Endlich! Kann latürnich auch sein, daß bei diesem Ezechiel so einige Räder in der Offenbarung locker warn. Nichts Genaues weiß man nich. Iss ja alles schon so lange her. Und denn sind Engel auch nich ungefährlich:

„… Wenn ich hereinkam, hatten die Nonnen mit dem Erzengel immer schon alle Hände voll zu tun. Der Erzengel mußte eine Stunde früher erscheinen als alle anderen Engel, denn es war jedes Jahr wieder ein großes Trara, die Flügel festzumachen. Einmal hatten sie sich während der Prozession gelöst und waren einem der kleineren Kinder vor die Füße gefallen, die mit dem Erzengel durch Bänder verbunden waren. Das Kind war über die Flügel gestolpert und für immer lahm geblieben.
Man könnte vom Glauben abfallen, wenn man so etwas hört.“
Connie Palmen, „Die Gesetze“, 1991

erzengel

„Erzengel mit Arquebuse“, Peru, 18.Jahrhundert