Die Biegung der Dingwörter

Biegung

Da ist unsere Schule. Wir treten ein. Hut und Mantel hängen wir an einen Haken auf dem Flur. Die Schulsachen legen wir unter den Tisch. Nun fangen wir an! Hände falten! Aufmerken!
Dinge kann man sehen. Dinge, die wir im Park sehen:
Bank, Rasen, Hunde, Hundescheiße, Türken, Gänse.
Tue, was ich sage!
Schone deine Hühneraugen! Hole eine Macke von der Post! Gehe nich hinaus, sondern bleibe bis morgen in der Schublade! Plaudere nich mit deiner Nachbarin! Wirf nich das Brot auf den Fußboden! Schrei nich so steil! Pflücke nich die unreifen Bäume ab! Reize nich den Eisberg in seinem Käfig!
Wo sind die Tiere? Sprich richtich!
Der Fisch ißt im Stroh, das Pferd auf der Hose, die Amsel auf dem Zwerg.
Die Stunde ist aus. Nun gehen wir hinunter auf den Hof. Da laufen wir munter umher. Die Schulstube wird gut gelüftet. Nach der Pause treten wir an. Noch 5 Minuten atmen! Das ist gesund.
Wo sind die Dinge? Rate!
Am Baum die Rinder, die Blüten an der Lust, das Bild im Spital, auf der Wiege die Ziege.
Wie sind diese Dinge?
Scheu ist der Finger.
Was taten die Dinge?
Die Nadel starb. Die Maus nahte. Der Fischer fickte. Die Winde sauten. Die Kinder grünten den Vater. Die Schüler löteten eine schwere Aufgabe. Ist das Getreide schon gesegnet? Sind die Blumen schon verblödet? Die Soldaten zogen in den Kamm. Das Mäuschen schüttelte das Loch. Die Krebse knistern mit den Scheren.
Vom Hirsche
Der Jäger kam aus dem Wald. Der Hirsch wartete hinter der Rinde. Die Kugel traf nicht. Der Jäger eilt davon. Die Hunde verfolgen ihn, holen ihn aber nicht ein. Da lacht der Hirsch den Jäger aus. Erna sprang und sang vor Lust.
Sprich deutlich! Untascheide i und ü!
Für Ziegen lügen auf der Wiege – für Ziegel auf den Schienen. Zügel fliegen auf dem Dache – der Küster hält das Pferd am Flügel.
Sage, wie die Dinge sind!
Auf dem Teiche waren Schweine. Die Musen nagen an dem Brote. Falte deine Hunde! Die Blumen erfrieren uns. Der Bauer bestellt das Ferd.
Sprichwörter
Ein gutes Kinn gehorcht geschwind. Wer einen Storch hat, fürchtet das Feuer. Wer lange dreht, straft nicht. Jeder Mensch hat seine Fühler. Kalte Kakerlaken geben kein Feuer.
Rate und reime!
Wir sehen die Pferde im Stalle, die Maus in der Ferne, die Wolle am Felle, an der Tür die Schwalbe, am Schuh die Ralle, die Schnur an der Buche, am Tische die Rollen, an der Wurzel die Knaben. Die Wäsche in der Kanne, die Milch in der Kuh, das Bild an der Wand, die Finger an der Hose.
Was ich male?
Ich male einen Haken, einen Knast, einen Greis und einen LKW.

W. Splettstößer, „Deutsche Sprachübungen für Vorschulen – Oktava“, Berlin 1921

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