Identitäre Weisheit

Taeter

Der 1904 in Thüringen geborene Steuerinspektor Alwin Gustav Hugo Weisheit war 1941 als Kriegsverwaltungsinspektor mit seiner Staffel in einer Mühle bei Borowsk untergekommen, in der auch viele Zivilisten eintrafen, um ihr Getreide mahlen zu lassen. Um dabei Gedränge zu verhindern, ließ Weisheit die Menschen in einer Reihe antreten und schlug mit einem Stock auf sie ein, wenn sie nicht ordnungsgemäß Folge leisteten. Zum Übernachten sperrte er sie im Keller ein und lockte 2 fast minderjährige Mädchen mit der Behauptung in sein Zimmer, dort sei es wärmer. Doch setzten sich jene zur Wehr, schrien, weinten laut und stürzten mit aufgerissener Bluse aus dem Zimmer. Weisheit lief ihnen betrunken mit Pistole und Taschenlampe nach und gab im Hof einen Schuß ab. Um die Mädchen zu beruhigen, habe er nur Scherz mit ihnen getrieben, den diese offenbar mißverstanden hätten.
Einen Teil des von der Einheit empfangenen Kaffees verwahrte Weisheit in einer Dienstkiste und ließ seine Untergebenen stattdessen Tee trinken. Er selbst behielt sich den Kaffee vor, weil ihm der Tee nicht schmeckte. Auch schlug er sie und gebrauchte Ausdrücke wie: „Du Drecksau, du Mistsau, du dußliges Schwein, du Idiot, dich müßte man mit dem Knüppel windelweich schlagen.“ Selbst seinen Hund, einen weißen Seidenspitz trat und schlug er halbtot. Angeblich habe sich Weisheit gegenüber schwer erziehbaren Untergebenen nur als väterlicher Freund gefühlt, so daß jene noch dankbar hätten sein sollen für seine Erziehungsmaßnahmen. Weil er das Schlachten von Tieren so genoß, ließ Weisheit sich anlernen und schlachtete fortan selbst – in einer Weise, die Beobachtern zuwider war.
1942 bezog Weisheit Unterkunft in einem Dorf nördlich von Woroschilowsk. Wegen der Partisanengefahr ließ er alle Juden des Dorfes mitsamt ihrer Habe auf einem Hof antreten. Danach wurden 75 Personen – Männer, Frauen und Kinder – mit einem LKW in eine Schlucht gefahren, wo sie ihr Massengrab schaufeln mußten, in das sich alle hineinzulegen hatten. Dort wurden sie von Weisheit und 2 weiteren Soldaten mit Maschinen-Pistolen erschossen. Weisheit habe sich das vorher genau überlegt und sich von den Worten des Führers leiten lassen, der ja ohnehin die Juden vernichten wollte, die den Krieg angezettelt hätten. Da keine niedrigen Beweggründe vorlagen, konnte Weisheit auch nicht als Mörder angesehen werden. Auch lasse es sich bei Massenerschießungen nicht vermeiden, daß Frauen und Kinder weinen und um Gnade flehen. Und automatische Gewehre könnten nun mal nicht zu gezielten Todesschüssen eingesetzt werden. Die meisten der Getöteten seien ohne Widerstreben in das Grab gestiegen und hätten sich niedergelegt. Da Weisheit nicht aus Mordlust handelte, konnte er nur mit 1 Jahr unter Zubilligung mildernder Umstände als Totschläger bestraft werden. Für die versuchte Notzucht unter Annahme mildernder Umstände erhielt Weisheit 3 Monate Gefängnis, für das Mißhandeln von Untergebenen 6 Monate, für das Quälen seines Spitzes 3. Ingesamt 2 Jahre Gefängnis. Die Urteilsfindung bezüglich der Hinrichtung von 75 Juden wurde von einem Kriegsgerichtsrat dahingehend kritisiert, daß ein Nationalsozialist nicht wegen Mordes an Juden angeklagt werden könne, deren Vernichtung vom Führer gewollt sei. Eine Verurteilung sei nur zustande gekommen, weil der für den Kriegsrichter zuständige General kein Nationalsozialist war.

Quelle: Ilse Staff, „Justiz im Dritten Reich“, 1964

Rechtspositivismus

Vermesser

„Was sind Staaten ohne Gerechtigkeit anderes als große Räuberbanden?“
Augustinus (354-430)

„Das Recht muß nie der Politik, wohl aber die Politik jederzeit dem Recht angepaßt werden.“ Kant

„Wenn man aufmerksam untersucht, was sich in der Welt zugetragen hat, seit die Menschen die vergangenen Ereignisse im Gedächtnis bewahren, könnte man mühelos feststellen, daß sich in allen zivilisierten Ländern neben einem Despoten, der befiehlt, fast immer ein Rechtsgelehrter befindet, der dessen willkürliche und unzusammenhängende Willensakte in eine Ordnung und Übereinstimmung bringt.“
Alexis de Tocqueville, 1836

„Heute gilt mehr denn je: Gerecht ist, was dem deutschen Volke frommt!“
Dr. jur. Roland Freisler, 1936

Leider ist allgemeingültiges Recht, z.B. als Natur- und Menschenrecht eine Fiktion, die nur auf Übereinkunft und Durchsetzung mit Gewalt beruht. Ursprünglich ging man davon aus, daß der Mensch eigentlich gut und zur Beherrschung seiner Affekte in der Lage sei. Doch werden naturrechtliche Normen durch zeitbedingte Anschauungen geprägt. Da sich der Mensch vom Tier durch den Gebrauch von Vernunft unterscheidet, haben schon die griechischen Philosophen der Stoa ein Naturrecht konstruiert, das jedem zu eigen sei – was damals nicht auf Sklaven bezogen wurde und dadurch seinen Charakter als reiner Gesellschaftsvertrag offenbart. Was blieb, ist die Rationalität der Logik, gegen die Rechtsverständnis nicht verstoßen darf. Rechtspositivismus konstruiert dagegen Recht als das, was dem Einzelnen oder im günstigsten Fall einer demokratischen Gruppe nützt. Es ist damit nicht einer übergeordneten Rationalität verpflichtet, sondern eher geschichtlichen Abläufen.
Verschiedene Beispiele für Rechtspositivismus findet man in der deutschen Politik:
Staat und Religion sollten getrennt sein, da ein Staatswesen auf rationaler Organisation beruht, die von Religionen abgelehnt und behindert wird. Deshalb kann es keinen Religions-Unterricht an staatlichen Schulen geben, der den sich ändernden religiösen Verhältnissen folgen muß. Also zum Beispiel dem Islam genauso viel Raum zu geben hat wie dem Christentum, an Stelle eines übergeordneten, wissenschaftlich orientierten Faches Philosophie.
Freiheit der Religions-Ausübung sieht man als zu den Grundrechten gehörig an, werden jedoch einer Gruppe Rechte zugestanden, die im Konflikt mit übergeordneten Menschenrechten stehen, handelt es sich um Rechtspositivismus. Sonderrechte für Juden und Muslime dürfen nicht gegen das Recht der Unversehrtheit von Unmündigen verstoßen. Beschneidung von Minderjährigen ist Körperverletzung. Sich einen Gott zu erfinden, der einem unumstößliche Weisungen erteilt und Land verspricht, das von anderen bewohnt wird, ist eine besonders krasse Form des Unrechts.
Das Verbot von Meinungsäußerungen verstößt gegen das übergeordnete Recht auf Meinungsfreiheit. Leugnen von Tatsachen ist kein krimineller Akt, schwierig zu definierende Volksverhetzung durchaus. Rechtspositivistisch ist es, das Abstreiten der Vernichtung von 6 Millionen Juden zu bestrafen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen handelt es sich um eine propagandistische Phantasiezahl. Auch wenn 4 Millionen Opfer immer noch eine monströse Menge ist, kann man das Leugnen dieses Teils der deutschen Geschichte nicht unter Strafe stellen und gleichzeitig einen extremen Juden-Hasser wie Martin Luther als Vorbild anpreisen. Hier wird exemplarisch deutlich, wie konfus Rechtspositivismus sein kann.
Ähnliches in der Drogenpolitik. Die weitaus gefährlichere Droge Alkohol erlaubt, der harmlose Hanf verboten.
Um im missionarischen Eifer und aus Bündniserfordernissen militärisch in der Welt agieren zu können, werden Verfassungs-Restriktionen umgangen, die Kriegseinsätze im Ausland verbieten. Man erklärt so niemandem den Krieg sondern hilft humanitär. Wie im Vietnam-Krieg zuvor, befreit man dabei die Zivil-Bevölkerung eines fremden Landes von sich selbst. Der Satz: „Unsere Freiheit wird in … (Land nach Bedarf einfügen) verteidigt“, stellt eine der übelsten Formen von Rechtspositivismus dar.
Absatz 4 der französischen Erklärung der Rechte des Menschen und des Bürgers von 1789 erklärt, daß die Freiheit darin bestehe, alles tun zu können, was einem anderen nicht schadet. Enthält somit eine klare Aussage zur Bewertung der weltweiten Luft-Verschmutzung durch Musik. „Diese Grenzen können nur durch das Gesetz bestimmt werden.“
„Die Leute sind Schweine!“ S-Bahn-Reinigerin, Berlin

Illustration aus einer französischen Zeitschrift von 1919: Lloyd George, Clémenceau und Wilson teilen Europa neu auf

Dunkelmänner

rosenberg

Alfred Rosenberg (1892-1946), bis 1923 schlecht deutsch sprechender russischer Staatsbürger, wurde mit seinem Wahn einer jüdisch-bolschewistischen Welt-Verschwörung zum führenden Theoretiker des Nationalsozialismus. Bis zu seiner Hinrichtung als Kriegsverbrecher blieb Rosenberg uneinsichtig: Der Nationalsozialismus war eine europäische Antwort auf die Frage eines Jahrhunderts. Er war die edelste Idee, für die ein Deutscher die ihm gegebenen Kräfte einzusetzen vermochte. Er war eine echte soziale Weltanschauung und ein Ideal blutbedingter kultureller Sauberkeit.“ Damit war der eigentlich sehr gebildete Mann nach 45 abgehakt, und ich habe weder sein berühmtes Buch „Mythus des 20.Jahrhunderts“ gelesen, noch ein Heft, das sich zufällig in meinem Besitz fand, welches sich mit der massiven Kritik an seinem Buch auseinandersetzt. Als ich nun in Ermangelung deutsch-sprachiger Lektüre dieses Heft durchblätterte, fielen mir einige Sentenzen auf, wie sie auch von mir veröffentlicht wurden. Das machte mich neugierig, und ich habe sie mir gleich mit einem braunen Buntstift angestrichen:
Es war nicht nur ein Lehrer in Breslau, der vor seiner Klasse forderte, den „Mythus“ zu verbrennen, sondern der katholische Bischof von Münster ließ in seiner Diözese Ende 1934 die anonyme Schrift „Studien zum Mythus des 20. Jahrhundertsals Beilage zum kirchlichen Amtsblatt veröffentlichen. Diese „Studien“ ohne Quellen-Angaben provozierten Rosenberg 1935 zu seiner Antwort, in der er nicht nur mit der Zentrums-Partei sondern speziell mit der Geschichte des Christentums abrechnete, teilweise, in dem er seine Gegner nur zitierte: „Durch alle Jahrhunderte ist es in allen Ländern des Orbis christianus der Ruhm von Episkopat und Klerus, auf seiten des Papstes zu stehen, auch gegen das eigene Land … Katholizismus jedoch bricht jedem Nationalismus das Rückgrat.“ Schon die Beauftragung des Petrus durch Jesus, die sich zwar in Matthäus 16, 18, jedoch nicht in den anderen Evangelien findet, sei erfunden. In 16, 23 wird Petrus sogar als „Satan“ verdächtigt. Diese Vereinnahmung der Kirchen-Führung durch Petrus löste Streit und blutige Krawalle zwischen den Gemeinden aus. „Entweder man gesteht ein, daß die römische Kirche in entscheidenster Weise historische Urkunden gefälscht und sie benutzt hatte, dann müßte sie gezwungen werden, heute selbst amtlich dies zuzugeben und ein Bedauern über alle dadurch hervorgerufenen Kriege des Abendlandes auszusprechen; oder aber man geht zur Totschweigetaktik über und spricht nur da, wo man nicht anders kann, über diese Dinge, weil man weiß, daß es dann eben mit dem unbedingten Glauben an diese sogenannte Unfehlbarkeit der Kirche vorbei ist.“ Rosenberg erinnert hier auch an 9 Millionen ermordete Ketzer. Wissenschaft und Aufklärung sind nur gegen die christlich-römische Kirche entstanden, deren eigentlicher Kerninhalt die Herrschaft der Priester über die Völker ist, und deren zentrale Lehre reichlich Widersprüche enthält. So gäbe es in den 4 Evangelien 2 ganz verschiedene Stammbäume Jesu Christi, und Altes sowie Neues Testament zeigen 2 erheblich unterschiedliche Charaktere Gottes. Abraham, mit dem Gott den ersten Bund schließt, kann sich sogar als Zuhälter betätigen, in dem er seine Frau aus Erwerbsstreben 2x verkuppelt. Der Ein-Gott-Glaube ist persischen Ursprungs. Luther, der fanatische Juden-Hasser, übersetzte die vielen Götternamen immer nur mit Jahwe. Die Ehelosigkeit der Priester begann erst mit Gregor VII. (1025-85). Seit dem steht die „ganze römische Kirchenlehre im Kampf gegen die Erfordernisse des Lebens“, in dem sie Perversionen in der Priesterschaft totschweigt, „Wunderheilungen aus epileptischen Ekstasen“ anerkennt und sich als Wettermacher bei Fronleichnams-Prozessionen betätigt. Für Rosenberg war die römische Kirche „die größte und erfolgreichste Geschichtsfälscherin aller Zeiten“. Doch obwohl „eine beginnende Entvölkerung Bayerns“ auf dem Hexenwahn beruhte, war dort nicht immer alles dunkel, und um 1882 soll es „noch eine gesunde Freiheit der Geschichtserforschung gegeben“ haben. „Es war damals noch nicht alles totgedrückt, was an Zeugen über die deutsche Vergangenheit, über die später zu Heiligen erhobenen gewalttätigen Sendboten Roms noch vorhanden war … Diese treue Anhänglichkeit an die altväterliche Naturreligion hielt das Bayernvolk vor allen anderen zusammen und hat es ehrenhaft erhalten.“ Um das Geschäft der Gnadenverteilung zu fördern, habe man die Erbsünde erfunden, doch erkannten einzelne Religionslehrer bereits im 19. Jahrhundert, „daß es mit der politischen Macht in Deutschland für die politisierende römische Kirche vorüber ist“. Die Zeit, in der die Franziskaner intelligente Persönlichkeiten wie Roger Bacon, Giordano Bruno, Kopernikus und Galilei demütigen und „den größten Menschen-Quäler Pedro Arbues zum Heiligen erheben konnten, seien vorbei. Sein Buch von der Inquisition auf den Index gesetzt, sah Rosenberg als „große Ehrung“ an.
Doch je stärker die Macht der katholische Kirche eingeschränkt wurde, um so hysterischer reagierte sie. Schon 30 Jahre Religions-Krieg hätten Papst Innozens X. nicht genügt, so daß er den Westfälischen Frieden verdammte. 1924 lautete der Amtseid des neuen Bischofs von Würzburg, Dr. Matthias Ehrenfried, in Anwesenheit von Staats-Vertretern: „Die Irrlehrer, die Abgetrennten vom Apostolischen Stuhl, die Empörer wider unseren Herrn und seine Nachfolger werde ich nach Kräften verfolgen und bekämpfen.“ Der Versuch der Aufsplitterung des Rheingebiets von Zentrums-Geistlichen im Elsaß war ebenso entscheidend für den Kampf der Nationalsozialisten gegen das Christentum wie die Aktivitäten in München hinsichtlich einer neuen Rhein-Donau-Föderation. Die dazu eingegangen Koalitionen mit Marxisten, existieren in Bremen heute noch, da sich beide Systeme in ihrer Totalität sehr ähneln: „Wir dürfen nicht müde werden, politisch zu kämpfen.“ Dem politischen Christentum seien „die Völker aller Zeiten und aller Rassen in gleicher Weise“ unterworfen. „Das gesamte Leben. Das öffentliche und private. Auch das wirtschaftliche und staatliche Leben.“ („Katholisches Kirchenblatt“, Münster, 1935). „Die Kirche Gottes wird stehen, wenn man von dem Buche Rosenbergs längst nicht mehr spricht und ein melancholischer Reisender die Ruinen der Leipziger Universität zeichnen wird.“ („Bayrische Katholische Kirchenzeitung“)
Das historische Versagen des Nationalsozialismus liegt u.a. darin, es nicht bei wissenschaftlicher Aufklärung und konsequent durchgeführter Säkularisierung belassen zu haben, sondern im Versuch, mit einer lächerlichen Germanisierung dem deutschen Volk eine neue, künstliche Religion aufzuzwingen. Das scheiterte an der Tradition, und so konnten sich die Christen nach 45 unberechtigter Weise als moralische Sieger fühlen. Wer während des 3. Reichs ausgetreten war, machte das schleunigst rückgängig, um nicht als Nazi oder Kommunist eingestuft zu werden. Doch sei allen södernden Rom-Pilgern der letzte Absatz Rosenbergs ins Poesie-Album geschrieben: „Die katholische Konfession hat dank der deutschen Duldsamkeit in religiösen Fragen – im Unterschied zur römischen Intoleranz – das gleiche Recht auf ihr freies Bekenntnis wie alle anderen Konfessionen in Deutschland. Ihr ist der Schutz des Deutschen Reiches in der Ausübung ihres Kultes zugesprochen worden, aber das Verhalten maßgebender Führer dieser römischen Konfession zeigt, daß man sich damit nicht begnügen, sondern den Gehalt der ganzen Staatsgewalt bestimmen will und sich anmaßt, das Denken, Fühlen und Forschen von ganz Deutschland zu diktieren. Hier wird es notwendig sein, daß mit entsprechender Sicherheit und Konsequenz der Lebensraum der römisch-katholischen Minderheit ebenso gesichert wie umgrenzt wird, um die ständigen Herausforderungen gegen Deutschland zu vermeiden und um endlich den durch diese herausfordernden Reden und Schriften gestörten konfessionellen Frieden zu sichern.“